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DiNaLab - Labor für Digitale Nachhaltigkeit

Beschreibung

Digitales Nachhaltigkeitslabor zur Zusammenarbeit mit Schulen, Organisationen, Verbänden und Unternehmen in der Region, um die Machbarkeit einer digitalen Kreislaufwirtschaft konkret zu demonstrieren. Das Labor verfügt über die notwendigen Ressourcen und Erfahrungen, um die Digitale Autonomie zu fördern, ein wichtiges Konzept, das vom Präsidenten der Provinz auch als Digitale Souveränität bezeichnet wird. Darüber hinaus könnte das Labor als Sitz des territorialen Knotens "Wiederverwendung und Open Source" dienen, den die AgID den Regionen und autonomen Provinzen für einen weit verbreiteten Dienst auf nationaler Ebene vorschlägt.

Warum?
Das Projekt würde es beispielsweise ermöglichen, die SchoolSwap-Erfahrung fortzusetzen, die es in den letzten drei Jahren mehr als 800 Schülern und Familien in unserer Provinz ermöglicht hat, dank der Zusammenarbeit des FUSS-Projekts mit lokalen Verbänden wie LUGBZ, Jugenddienst, Vinzenzgemeinschaft und ADA (VRS - Verein für die Rechte der Senioren) einen PC zu erhalten.

Wie?
Das Projekt FUSS (Free Upgrade for a Digitally Sustainable School)
wurde 2005 ins Leben gerufen und zeichnet sich durch seine einzigartige Organisation und Struktur in Europa aus. Es ermöglicht Schülern und Lehrern, dieselben IT-Tools, die im Unterricht aller italienisch-sprachigen Schulen in Südtirol verwendet werden, zu Hause frei und kostenlos zu nutzen. Dabei handelt es sich um eine Lösung auf Basis von Debian GNU/Linux, die ein komplettes System für die Verwaltung eines Bildungsnetzwerks bietet.
Ziel
war und ist es, Schülern und Lehrern die Möglichkeit zu geben, zu Hause die gleichen Werkzeuge wie in der Schule zu nutzen, ohne dass den Familien zusätzliche Kosten entstehen.
Die Einführung Freier Software in den öffentlichen Schulen und allgemein in der lokalen öffentlichen Verwaltung erfolgte bereits Ende der 1990er Jahre. Insbesondere der 2004 gestartete Aktionsplan e-Südtirol für die Entwicklung der Informationsgesellschaft in Südtirol sah die Förderung des Einsatzes Freier Software sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor vor. Ein lokales Kompetenzzentrum für freie Software wurde ebenfalls eingerichtet.

FUSS wurde ursprünglich vom Europäischen Sozialfonds finanziert und von der Einaudi-Berufsschule in Bozen verwaltet. Die Technologiepartner, die bei der Umsetzung und Beratung mitwirkten, waren "Truelite Srl" und Marco Marinello, Experten auf dem Markt für freie Software und GNU/Linux IT.

Von 2006 bis 2015 setzten Lehrkräfte der Direktion italienische Bildung das Projekt fort. Sie wurden entsprechend geschult, um ihre Kollegen im Unterricht zu unterstützen und den Maschinenpark in den Schulen zu verwalten – etwa 4.000 Desktops und 60 Server. Seit 2015 übernimmt die IT-Abteilung der Autonomen Provinz Bozen die technische Unterstützung. Sie setzt die Projektrichtlinien und -hinweise um und arbeitet eng mit dem FUSS-Team am Italienischen Schulamt zusammen.

FUSS ist ein mehrsprachiges und freies Betriebssystem, das transparent ist und im Sinne von “Public Money, Public Code” für alle zugänglich gemacht wurde. Es bietet eine breite Palette von Anwendungen, die im Laufe der Jahre dank des Beitrags zahlreicher LehrerInnen ausgewählt wurden.

FUSS ist ein modulares und flexibles Betriebssystem. Da es frei ist, unterliegt es nicht den Richtlinien multinationaler Unternehmen, die geplante Verwaltungen der zugrunde liegenden Hardware erzwingen. Diese veraltete Hardware landet oft auf Mülldeponien oder, noch schlimmer, auf offenen Müllhalden in anderen Teilen der Welt, da sie nicht mit neuen Versionen solcher Systeme wiederverwendet werden kann.

Digitale Nachhaltigkeit
Freie Software
ist ein starker Motor für Innovationen, wie zahlreiche Unternehmen, öffentliche und private Organisationen jedes Jahr auf Veranstaltungen wie dem Linux-Day (Oktober) und der South Tyrol Free Software Conference (November) zeigen. Die Entscheidung für den Einsatz von Freier Software in Schulen ist nicht nur eine ethische und politische, sondern auch eine technische und wirtschaftliche Frage. Es geht darum, nicht nur effiziente, stabile und sichere Software zu nutzen, sondern auch die Werte der Freiheit und des Wissensaustauschs in der Bildung zu fördern. FUSS ist ein Pionierprojekt auf nationaler und internationaler Ebene. Es hat die Bildung durch vier grundlegende Ziele digital nachhaltig gemacht: die Verwendung von Freier Software, die Übernahme offener Formate, die Produktion freier Inhalte und schafft damit die Grundlage für das vierte Ziel, das jede Bildungseinrichtung gewährleisten sollte: den freien Zugang zum Wissen. Die Philosophie hinter Freier Software basiert genau auf dem freien Zugang zu Informationen und der gemeinsamen Nutzung von Wissen.

Schoolswap ist ein innovatives Projekt, das aktiv dazu beiträgt, die digitale Kluft in unserer Provinz zu reduzieren.
LUGBZ (Linux User Group Bolzano-Bozen-Bulsan) hat mit dieser Initiative die Bedeutung der Verbreitung von digitaler Nachhaltigkeit und des fairen Zugangs zur Technologie für alle Schülerinnen und Schüler verdeutlicht. Durch das Engagement und die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen und der Gemeinschaft konnte die digitale Kluft verringert werden. Selbst in Notfallsituationen wie dem COVID-19-Lockdown wurden gleiche Lernmöglichkeiten für alle gewährleistet.
Seit August 2020 konnten die Freiwilligen von SchoolSwap mehr als 800 Computer an Familien und Schüler ausliefern, die sie angefordert hatten. Auf den kostenlos zur Verfügung gestellten Computern wurde FUSS mit der dazugehörigen Lernsoftware (ca. 200 Stück) für jede Schulstufe und jeden Jahrgang installiert, lokalisiert in der gewünschten Sprache, mit der Möglichkeit, jederzeit problemlos eine andere Sprache (IT/DE/EN/ES/FR) zu wählen. Dank dieser Initiative konnten viele Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung von zu Hause aus fortsetzen und am Online-Unterricht teilnehmen, ohne dass es Probleme mit dem Zugang zur Technologie gab.

Seit 2017 organisiert der Verein LugBZ auch einen physischen Schalter (Open & Linux Schalter) und kostenlose Online-Kurse, um Schülern und Familien sowie Bürgern im Allgemeinen den Umgang mit Computern und installierter Software zu vermitteln. Ausgehend von Bozen hat sich das Projekt dank der Freiwilligengruppen in der Region auf Meran, Brixen und Bruneck ausgeweitet.

Wie?
Für das Projekt sind keine besonderen Finanzmittel erforderlich, aber es braucht:

    • einen Raum/Werkstatt, in dem die PCs gereinigt und neu installiert werden können
    • einen Raum, in dem Kurse abgehalten werden können und ein wöchentlicher Schalter für die Bürgerschaft angeboten wird
    • ein kleines Lager, in dem die erhaltenen und zur Auslieferung bereiten PCs gelagert werden können.

Zum Beispiel hat die INAIL vor kurzem etwa einhundert hervorragende PCs mit Monitoren gespendet. Diese Computer wurden vorübergehend im Lager des italienischen Schulamtes im Neubruchweg gelagert, bevor sie an SchoolSwap weitergegeben wurden. Etwa dreißig dieser PCs sowie weitere 40, also insgesamt etwa 78 Geräte, wurden von den Freiwilligen der LUGBZ im MiniBZ - Città dei ragazzi / Kinderstadt, das vom Verein VKE auf der Bozner Messe organisiert wurde, mit FUSS installiert.

Vorteile der digitalen Nachhaltigkeit für die Bürgerinnen und Bürger.

• Eine Digitalisierung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, ermöglicht gesündere und sicherere Arbeitsumgebungen

• Digitale Technologien, die auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnitten sind, können den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen in ländlichen Gebieten erleichtern.

• Die digitale Nachhaltigkeit bietet zahlreiche Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger. Einer davon ist der Schutz der Privatsphäre und persönlicher Daten
Im Dreijahresplan für Informatik in der öffentlichen Verwaltung für den Zeitraum 2024-2026 wird die digitale Nachhaltigkeit als Leitprinzip verankert. Dies impliziert ein stärkeres Bewusstsein für Datenschutz und Cyberrisiken. Die Werte der Transparenz und Überprüfbarkeit von Software, die den Bürgerinnen und Bürgern angeboten wird, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Zahlen, Daten und Fakten sowie Links für weitere Informationen:

Ein Blick in die Zukunft:
Für die Durchführung von Workshops und Veranstaltungen zur Nachhaltigkeit, Digitalen Souveränität und Kreislaufwirtschaft ist es wichtig, einen geeigneten Raum zu finden.

Kontaktdaten der verantwortlichen Person
Paolo Dongilli - Ispettore Tecnico | Technischer Inspektor
Coordinatore FUSS | FUSS-Koordinator
17.4 - Finanziamento Scolastico | 17.4 - Schulfinanzierung
Provincia Autonoma di Bolzano - Alto Adige - Autonome Provinz Bozen - Südtirol
Via del Ronco, 2 | Neubruchweg 2
Tel +39 0471 411371