SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen

Geschlechtsspezifische Medizin

Beschreibung

Die Gendermedizin bzw. geschlechtsspezifische Medizin ist ein interdisziplinärer Ansatz, der berücksichtigt, wie sowohl biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern als auch geschlechtsspezifische Unterschiede im Zusammenhang mit sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen den Gesundheits- und Krankheitszustand der Menschen beeinflussen. 

Warum? 
Das Ziel der geschlechtsspezifischen Medizin besteht darin, Gesundheitspraktiken zu entwickeln, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der Forschung, Prävention, Diagnose und Behandlung berücksichtigen, um die Qualität und Angemessenheit der medizinischen Versorgung sicherzustellen. 

Was?  
In Südtirol ist Gendermedizin seit 2014 ein Thema. Seit 2016 wurde eine Fach- und Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und den Ärzte- und Apothekerkammer ernannt. Alle zwei wird ein Symposium Gender Health Gender Medicine organisiert, so wie auch im Plan für die Anwendung und die Verbreitung der Gendermedizin laut Art. 3 Abs. 1 G. 3/2018. Gender-Medizin bzw. geschlechtsspezifische Medizin ist ein interdisziplinärer Ansatz, der berücksichtigt, wie sowohl biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern als auch geschlechtsspezifische Unterschiede im Zusammenhang mit sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen den Gesundheits- und Krankheitszustand von Menschen beeinflussen. 

Wie? 
Am 4. Juni 2024 wurde der Beschluss zur Umsetzung des Nationalen Plans zur Umsetzung und Verbreitung der Gendermedizin (gültig ab 2019) vom Landesrat verabschiedet.  
Der Plan sieht vier Anwendungsbereiche vor:

  1. KLINISCHER VERLAUF: Personalisierte klinische Pfade der Prävention, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation zu gewährleisten, die die geschlechts- und genderspezifischen Unterschiede in jeder Lebensphase und in jedem Lebens- und Arbeitsbereich berücksichtigen; 
  2. FORSCHUNG UND INNOVATION: Förderung und Unterstützung der genderspezifisch fundierten biomedizinischen, pharmakologischen und psychosozialen Forschung sowie der Übertragung von Innovationen in die klinische Praxis; 
  3. AUS- UND WEITERBILDUNG: Gewährleistung eines angemessenen Aus und Weiterbildungsangebots für das gesamte medizinische und Gesundheitspersonal im Bereich Gendermedizin; 
  4. KOMMUNIKATION UND INFORMATION: Förderung des Bewusstseins für Gendermedizin bei allen Gesundheitsberufen und der Bevölkerung unter Einbeziehung der Medienwelt. 

Eng verknüpft mit dem Thema Gendermedizin sind auch die Frage der vorgegebenen Rollen von Männern und Frauen und die damit verbundenen vielfältigen psychosozialen Belastungsfaktoren, z.B. am Arbeitsplatz.  
Daher finden sich einige Maßnahmen, die im Nationalen Plan zur Umsetzung und Verbreitung der Gendermedizin vorgesehen sind, auch im Gleichstellungsplan Südtiroler ÆQUITAS 2023-2028 der Geschlechter wieder.
Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und das Frauenbüro  unterstützten die Umsetzung und die Verbreitung des Themas Gendermedizin in Südtirol durch gezielte Tagungen und Fortbildungen in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsabteilung der Landesverwaltung. 

Vorteile 
Die Gender-Medizin ermöglicht eine gezieltere Diagnose und eine effektivere Behandlung von Krankheiten, da geschlechtsspezifische Unterschiede bereits bei der Untersuchung und während des gesamten Behandlungsprozesses berücksichtigt werden. 

Zahlen, Daten, Fakten, Links für weitere Informationen 

Ein Blick in die Zukunft 
In Zukunft werden geschlechtsspezifische Ansätze in der Gesundheitsversorgung verstärkt gefördert. Mit dem Beschluss wurden nämlich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass in Zukunft ExpertInnen und Arbeitsgruppen der Provinz und der Gesundheitsbehörde auf struktureller Ebene im Bereich der Gendermedizin zusammenarbeiten und ein Netzwerk bilden, das unter anderem geschlechtsspezifische Indikatoren und Genderziele definieren wird. All dies ermöglicht die gleichzeitige Umsetzung des Nationalen Plans für Gender-Medizin und des Aktionsplans für die Gleichstellung der Geschlechter in unserer Provinz.