Interreg Italien-Österreich
CLLD Regionalentwicklung auf lokaler Ebene
Beschreibung
CLLD steht für „Community-led local development“. Es handelt sich um einen Bottom-up Ansatz zur Förderung der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen lokalen Entwicklung, der die Bürger mit einem partizipativen Konzept auf lokaler Ebene in die Entwicklung notwendiger Maßnahmen zur Bewältigung der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen einbindet.
Warum?
- Stärkung der eigenverantwortlichen dezentralen Verwaltungsstrukturen zur bestmöglichen Überwindung der Barrieren, die durch EU-Binnengrenzen entstehen. Auf Basis dieses Ansatzes ist das Ziel die Wirksamkeit und die Leistungsfähigkeit der territorialen Entwicklungsstrategien zu erhöhen, indem die Entscheidungsbefugnis und die Umsetzung an eine lokale Partnerschaft delegiert wird, die aus Akteuren des privaten und öffentlichen Bereichs sowie der Zivilgesellschaft besteht.
- Intelligentes Wachstum: Entwicklung einer auf Wissen und Innovation gestützten Wirtschaft.
- Nachhaltiges Wachstum: Förderung einer ressourcenschonenden, ökologischeren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft.
- Inklusives Wachstum: Förderung einer Wirtschaft mit hoher Beschäftigung und ausgeprägtem sozialen und territorialen Zusammenhalt.
Was?
CLLD im Programm Interreg Italien-Österreich. Förderung von Investitionen, die eigenverantwortlich sind, den von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Entwicklungsstrategien entsprechen und in ein EU-Programm eingebettet sind, das die unmittelbare grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördert (Programm Interreg Italien-Österreich). Begünstigte sind lokale Aktionsgruppen (LAGs) und sonstige lokale Akteure.
Wie?
Der CLLD-Ansatz im Programm Interreg Italien-Österreich wurde 2014 eingeführt und ist europaweit im Rahmen der Europäischen territorialen Zusammenarbeit einzigartig (best practice). Aufgrund seines Erfolgs wird er auch in der aktuellen Programmplanungsperiode 2021-2027 weitergeführt. Der CLLD-Ansatz betrifft Grenzgemeinden Südtirols mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, die an die Grenze zu Österreich leben. In Südtirol gibt es 3 (der insgesamt 4) grenzübergreifenden CLLD-Gebiete im Programm Interreg Italien-Österreich, diese sind: Terra Raetica, Wipptal und Dolomiti Live. In den vier grenzüberschreitenden CLLD-Gebieten wurden innerhalb 2020 insgesamt 84 Kleinprojekte und 53 Mittelprojekte genehmigt. Von den 37 Mittelprojekten mit Südtiroler Beteiligung wurden 16 unter der Maßnahme „intelligentes Wachstum“, 14 Projekte in der Maßnahme „nachhaltiges Wachstum“ und 7 Projekte in der Maßnahme „integratives Wachstum“ unterstützt. Es gab insgesamt 36 grenzübergreifende Arbeitsgruppentreffen, in denen in Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Akteuren Projekte in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Kultur, Mobilität und Soziales ausgearbeitet wurden.
Vorteile
- eine umfassende Einbindung von lokalen Akteuren in die Entwicklung und Umsetzung der grenzüberschreitenden CLLD-Strategien, insbesondere eine verstärkte grenzüberschreitende Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der lokalen Verwaltung
- Schaffung einer interaktiven Plattform für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in dem jeweiligen CLLD-Gebiet
- Stärkung der Multilevel Governance zwischen den grenzüberschreitenden CLLD-Gebieten und der regionalen Ebene
- Eigenverantwortliche Umsetzung von Kleinprojekten
- Förderung von Projekten zur Diversifizierung der lokalen Wirtschaft in den Grenzregionen
