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Öffentliche Bauten in Holz

Renovierung und Erweiterung des Sozialzentrums "Trayah" in Bruneck - Aufstockung in Holz

Beschreibung

Warum?

Die Verwendung von Holz im Bauwesen ermöglicht, nach sorgfältiger Planung und spezifischen Bewertungen den Ersatz von Materialien, die in der Produktions-, Ausführungs-, Demontage- und Entsorgungsphase mit einem höheren Energieaufwand und höheren Emissionen schädlicher Gase für die Umwelt verbunden sind.

Das Holz:

  • ist ein Material, das von der Natur selbst geschaffen wurde, erneuerbar und unter anderem in den Alpen stark vertreten ist,
  • ist in der Lage, große Mengen Kohlendioxid (CO2) über Hunderte von Jahren im Inneren zu speichern. Seine Verwendung im Bauwesen ermöglicht es, diese Funktion bis zu seiner Verbrennung zu verlängern. Tatsächlich zeigen die Analysen, dass 1 Kubikmeter getrocknetes Holz 0,9 Tonnen CO2 entspricht.
  • ist für Mehrfachnutzungen (Gebäude, Einrichtung, energetische Zwecke) mit Kaskadennutzung und energetischer Nutzung/Recycling geeignet. Holz ist damit noch nachhaltiger.
  • ermöglicht dank der bauartbedingten Vorfertigung ein schnelleres Vorankommen auf der Baustelle,
  • zeichnet sich im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise durch ein geringes Gewicht aus und eignet sich daher besonders gut für Aufstockungen bestehender Gebäude,
  • ermöglicht in Kombination mit anderen „traditionellen“ Materialien (Mischnutzung) auch den Bau von Gebäuden mit beachtlicher Höhe. Europaweit und darüber hinaus haben sich die Bauten von mehrstöckigen Holzgebäuden im Laufe der Jahre vervielfacht.

Was?

Im Jahr 2013 hat die Autonome Provinz Bozen einen Ideenwettbewerb für die Renovierung und Erweiterung des Werkstattgebäudes des Sozialzentrums "Trayah" in Bruneck ausgeschrieben. Das Sozialzentrum besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäuden (Wohnbereich, geschützte Werkstatt, Ausbildungsbereich).

Das zu klein gewordene Gebäude für die Werkstätten muss vergrößert werden und gleichzeitig muss das Problem der Überhitzung der Räume in den oberen Stockwerken gelöst werden, welches durch die derzeit vorhandenen Oberlichter verursacht wird.

Wie?

Das zu klein gewordene Gebäude für die Werkstätten wird oberhalb des Erdgeschosses bis zum Dachboden abgerissen und um zwei neue Stockwerke erweitert, um mehr Raum für die Werkstatttätigkeiten zu schaffen, unter anderen mit dem Bau von sieben Werkstätten und einem Mehrzweckraum.

Um die bestehende Statik nicht unnötig zu überlasten und die Bauzeit zu verkürzen, wird das Gebäude mit einem Leichtbau und im Spezifischen mit einer Holzstruktur erweitert. Die Fassade wird ebenfalls mit Holz verkleidet, so dass die homogene Struktur der Fassade dem Gebäude eine klare Identität verleiht, die schon von außen gut erkennbar ist.

Mehrwert für den Bürger

Neben all den bereits genannten Vorteilen sind noch folgende zu erwähnen:

  • Verkürzte Zeiten: weniger Unannehmlichkeiten während der Bauphase und schnellere Übergabe des Gebäudes an die Bürger. Die durchschnittliche Bauzeit wird verkürzt, was zu Einsparungen bei den Kosten der Arbeitskräfte und bei der Unternehmensführung mit sich bringt, mit dem Vorteil, dass viel früher als bei der traditionellen Bauweise über das Gebäude verfügt werden kann.
  • Gute Akzeptanz: Die Menschen kennen Holz, weil es eine lange Tradition im Bauwesen hat, aber nicht nur, sie empfinden das Holz als angenehmes Material.

Holz sorgt für ein angenehmes Arbeitsumfeld, wie zahlreiche Studien über den positiven Einfluss dieses Materials auf das psychische und physische Wohlbefinden der Menschen belegen. Die Erweiterung in Holz schafft einen attraktiven und modernen Arbeitsplatz und ein besonders qualitatives Arbeitsumfeld.  

Vorteile

Der Holzbau eignet sich am besten für Erweiterungen durch Aufstockung, weil die Belastungen geringer sind als bei der Verwendung von Ziegeln und Stahlbeton. Diese Bauweise ist die richtige Lösung für dieses Vorhaben.

Holz ist ein natürliches Baumaterial und ein CO2-Speicher. Nach seiner Nutzung ist Holz kein Abfall, sondern kann zu einem neuen Rohstoff oder zu einer Energiequelle werden.

Zahlen, Daten, Fakten

Die Planung wurde am 25.06.2021 abgeschlossen und genehmigt.

Im Jahr 2021 fand die Ausschreibung der Arbeiten statt.

Die Arbeiten werden im Frühjahr 2022 vergeben.

Beginn der Arbeiten September 2022.

Ausführung der Arbeiten: September 2022 - September 2023.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro.

Ein m³ Holz speichert 0,9 Tonnen CO2. Für dieses Vorhaben werden 124 m³ Massivholz verwendet und auf diese Weise werden rund 112 Tonnen CO2 gespeichert, die nicht in die Atmosphäre abgegeben werden.

Die Bauzeit ist halbiert.

Blick in die Zukunft

Die Abteilung 11 – Hochbau und technischer Dienst will den bereits eingeschlagenen Weg mit dem Baustoff Holz fortsetzen. Es gibt bereits Arbeiten in der Planungs- und in der Ausführungsphase, die diese Technologie vorsehen und in den nächsten Jahren durchgeführt bzw. abgeschlossen werden. Gleichzeitig wird Holz auch in den Hochbauten immer umfassender eingesetzt, bereits ab den ersten Entwurfsphasen, wie die technische und wirtschaftliche Machbarkeit, und möglichst unter verschiedenen Gesichtspunkten (unter Berücksichtigung der sich laufend ändernden Regeln in der Baubranche).

Mit der Landesabteilung Forstwirtschaft, der Agentur KlimaHaus, der Landesabteilung Urbanistik und dem geförderten Wohnbau ist bereits seit einigen Jahren eine eigene Arbeitsgruppe aktiv.