Öffentliche Bauten mit Holz
Umstrukturierung und Erweiterung des Schulzentrums in italienischer Sprache in Sterzing
Beschreibung
Warum?
Die Verwendung von Holz im Bauwesen ermöglicht nach sorgfältiger Planung und spezifischen Bewertungen, den Ersatz von Materialien, die in der Produktions-, Ausführungs-, Demontage- und Entsorgungsphase mit einem höheren Energieaufwand und höheren Emissionen schädlicher Gase für die Umwelt verbunden sind.
Das Holz:
- ist ein Material, das von der Natur selbst geschaffen wurde, erneuerbar und unter anderem in den Alpen stark vertreten ist
- ist in der Lage, große Mengen Kohlendioxid (CO2) über Hunderte von Jahren im Inneren zu speichern. Seine Verwendung im Bauwesen ermöglicht es, diese Funktion lange bis zu seiner Verbrennung zu verlängern. Tatsächlich zeigen die Analysen, dass 1 Kubikmeter getrocknetes Holz 0,9 Tonnen CO2 entspricht.
- ist für Mehrfachnutzungen (Gebäude, Einrichtung, energetische Zwecke) mit Kaskadennutzung und energetischer Nutzung/Recycling geeignet. Holz ist damit noch nachhaltiger
- ermöglicht dank der bauartbedingten Vorfertigung ein schnelleres Vorankommen auf der Baustelle
- zeichnet sich im Vergleich zu einer herkömmlichen Bauweise durch ein geringes Gewicht aus und eignet sich daher besonders gut für Aufstockungen bestehender Gebäude
- ermöglicht in Kombination mit anderen „traditionellen“ Materialien (Mischnutzung) auch den Bau von Gebäuden mit beachtlicher Höhe. Auf europäischer Ebene und darüber hinaus hat sich der Bau von mehrstöckigen Holzgebäuden im Laufe der Jahre vervielfacht.
Was?
Die primäre und wichtigste Entscheidung des Bauherrn war es, das bestehende Gebäude zu erhalten. Die Schule – ein Bau aus den 1960er Jahren von Arch. Sachs – war in einem guten Erhaltungszustand. Dies erleichterte dem Bauherrn (Gemeinde Sterzing, Autonome Provinz Bozen) die Entscheidung, die Schule zu erhalten und zu erweitern, eine wesentliche Maßnahme im Hinblick auf den zu erwartenden Ressourcenverbrauch bei der Erneuerung des Bauwerks.
Wie?
Die thermischen Eigenschaften der Gebäudehülle wurden wesentlich verbessert. Mauerwerk, Fenster Boden und Dach wurden hochwertig ausgeführt bzw. gedämmt.
Die technischen Anlagen wie Heizung, Lüftung, sanitäre Anlagen und Elektroanlagen wurden vollständig erneuert und nach dem Stand der Technik ausgeführt.
Mehrwert für den Bürger
Auf folgende Eigenschaften wurde besonders geachtet:
- Massivholz aus heimischen Wäldern (Kiefer)
- Konstruktion ohne Klebstoff und Metall
- Kreislaufwirtschaft in Südtirol (vom Baumfällen bis zur Montage)
- Unbehandelte und gehobelte Holzoberflächen (ausgenommen Fluchtwege)
Die Verwendung lokaler Rohstoffe und Technologien hat den Transport reduziert und ist von grundlegender Bedeutung für die Reduzierung von Schadstoffemissionen, aber nicht nur: Sie haben es unseren Unternehmen ermöglicht, zu arbeiten und zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen unserer Provinz beigetragen.
Neben allen oben bereits angeführten Vorteilen werden auch die verkürzten Zeiten genannt: dadurch weniger Unannehmlichkeiten während der Bauphase und frühzeitige Übergabe des Gebäudes an die Bürger. Die gute Akzeptanz: Die Menschen kennen Holz, das eine lange Tradition im Bauwesen hat, aber nicht nur, sie halten es für ein angenehmes Material.
Profit
Die gepflasterten Flächen wurden zu Gunsten von zusätzlichen Grünflächen reduziert. Der gepflasterte Teil wurde mit größtenteils sickerfähigem Material belegt (Pflastersteine auf Sand). Neue heimische Baumarten wurden gepflanzt (25). Alle Gebäude verfügen über ein Gründach mit extensiver Begrünung (Bienendach).
Die Parkplätze wurden auf das absolut notwendige reduziert und die Fahrradstellplätze in ausreichendem Maße vorgesehen.
Zahlen und Daten:
Ausführungszeitraum: 03.17 - 08.2019
Realisiertes Volumen: 19.500 m³
Kosten der Arbeiten: 7,4 Mio. €
Blick in die Zukunft
Die Abteilung 11 – Hochbau und technischer Dienst will den bereits eingeschlagenen Weg mit dem Baustoff Holz fortsetzen. Es gibt bereits Arbeiten in der Planungs- und in der Ausführungsphase, die diese Technologie vorsehen und in den nächsten Jahren durchgeführt bzw. abgeschlossen werden. Gleichzeitig wird Holz auch in den Hochbauten immer umfassender eingesetzt bereits von den ersten Entwurfsphasen wie die technische und wirtschaftliche Machbarkeit ab und möglichst unter verschiedenen Gesichtspunkten (unter Berücksichtigung der sich laufend ändernden Regeln in der Baubranche). Mit der Landesabteilung Forstwirtschaft, der Agentur KlimaHaus, der Landesabteilung Urbanistik und dem geförderten Wohnbau ist bereits seit einigen Jahren eine eigene Arbeitsgruppe aktiv.