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Radmobilität als Beispiel für nachhaltige Mobilität

Die Radmobilität in Südtirol ist in vielerlei Hinsicht vorbildlich für vergleichbare alpine Gebiete. Es gibt bereits ein breit ausgebautes Radwegenetz mit ca. 520 km übergemeindlichen Radwegen. Dazu gibt es eine gewisse Radkultur, ein Verständnis für das Fahrrad als Verkehrsmittel, das sich in Südtirol bereits etabliert hat, sodass bereits eine gute Ausgangslage für weitere Verbesserungen gegeben ist.

Radwege
Radwege

Beschreibung

Warum? 

Südtirol hat sich zum Ziel gesetzt, sich als Land mit einer hohen Lebensqualität zu etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, nachhaltige Mobilität intensiv zu fördern. Eine Mobilität, die kaum Emission von Schadstoffen und Lärm verursacht, die ressourcen- und platzsparend ist und die eine möglichst geringe Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Die Radmobilität entspricht all diesen Punkten und ist somit ein grundlegender Baustein der nachhaltigen Mobilität. Zudem trägt sie als aktive Mobilitätsform zu einem gesünderen Lebensstil bei. 

Was? 

Das Fahrrad soll künftig noch deutlich stärker als Verkehrsmittel für Alltagswege genutzt werden, sodass v.a. die Pendler aus den umliegenden Gemeinden mit dem Rad in die Zentren kommen und innerhalb der Zentren das Rad das bevorzugte Verkehrsmittel ist. 55% der Wege zum Arbeitsplatz oder zur Bildungsstätte sind laut einer aktuellen Umfrage kürzer als 10 km, 65% kürzer als 15 km (Quelle: Mobilitätsumfrage 2020). Daraus ergibt sich ein großes Potential für die Radmobilität. Um den Radverkehrsanteil weiter zu erhöhen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig, die von einer Verbesserung der Infrastrukturen bis hin zu Sensibilisierungsprojekten reichen. 

Wie? 

  • Zurzeit wird erstmals an einem „Radmobilitätsplan“ für Südtirol gearbeitet. Mit diesem Plan werden strategische Maßnahmen für die nächsten 10 Jahre definiert, mit dem Ziel, den Radverkehrsanteil erheblich zu steigern (von 11 auf 20 % bis 2030). 
  • Projekte in Ballungsräumen: In enger Abstimmung mit den Gemeindeverwaltungen werden mehrere Pilotprojekte zur Verbesserung der Radmobilität in Ballungszentren durchgeführt. In Bruneck (inkl. Umland) und Brixen wurden bereits konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer ausgearbeitet und teilweise umgesetzt. Ein Maßnahmenkatalog zur besseren Anbindung Bozens mit den umliegenden Gemeinden Leifers, Terlan und Eppan befindet sich in Ausarbeitung. 
  • Umsetzung von Sensibilisierungsaktionen: Bereits seit mehreren Jahren werden in Südtirol verschiedenste Sensibilisierungsaktionen durchgeführt. Dazu gehören z.B. die alljährliche Aktion „Südtirol radelt“, die landesweite Plakat- und Postkartenaktion „#101 Argumente“ sowie eine Verleihaktion für den Test von E-Bikes für Alltagswege. 
  • Errichtung von Radabstellanlagen an wichtigen intermodalen Knotenpunkten: Es wurden bereits drei größere geschlossene und videoüberwachte Radabstellanlagen an Bahnhöfen als Pilotprojekte errichtet (Gargazon, Burgstall, Naturns). Für die Zukunft ist ein starker Ausbau von Radabstellanlagen (Einzel- oder Sammelboxen), die mit dem Südtirol Pass bedient werden können, geplant. 
  • Bei der Planung von Großprojekten und Straßenbauprojekten wird die Radmobilität verstärkt berücksichtigt. - Radmobilität als Tourismusfaktor: Aufgrund der schönen Landschaft und der sehr gut ausgebauten Radwege, die abschnittsweise auch Teil überregionaler Fahrradrouten sind, hat sich Südtirol als Destination für Radtouristen etabliert. 

Vorteile 

  • Deutliche Verbesserung der Lebensqualität: Vermeidung von Lärm und Abgasen, gesündere Menschen und mehr Sicherheit vor allem für Kinder. 
  • Der Fokus liegt auf urbanen Zentren und Alltagswegen: Verbesserungen ergeben sich dabei für die gesamte pendelnde Bevölkerung, die Wege bis 10 oder sogar 15 km zurücklegt, aber auch für Gelegenheits- und Freizeitnutzer (Südtiroler und Gäste). 
  • Radmobilität ermöglicht Mobilität zum kleinen Preis und hat insofern eine starke soziale und inklusive Komponente. 
  • Es profitieren zudem alle, die nicht selbst mit dem Fahrrad fahren, da sie auf den Straßen mehr Platz haben und schneller vorankommen, wenn viele Leute radeln anstatt mit dem Auto zu fahren.