Recycling von Materialien
Richtlinien des Amtes für Geologie und Baustoffprüfung - Rückgewinnung von Abfallstoffen zur Wiederverwendung in anderen öffentlichen Schutzarbeiten.
Beschreibung
Warum?
- Die Statistiken der letzten Jahre zeigen auf, dass der Bausektor in Südtirol pro Jahr ungefähr 1 Million Kubikmeter Sand und Kies guter Qualität verbraucht. Da die natürlichen Ressourcen dieses wertvollen Materials in Südtirol sehr begrenzt sind, werden diese wichtigen Ressourcen bald erschöpft sein.
- Das MD vom 11. Oktober 2017 legt die Mindestumweltkriterien (MUK) für die Vergabe von Planungsaufträgen und Arbeiten von Neubauten, der Sanierung und der Instandhaltung öffentlicher Gebäude fest und verlangt, dass die Menge an rückgewonnenem oder recyceltem Material, das vom Material für den Bau verwendet wird, auch unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Prozentsätze für jedes davon, mindestens 15 Gewichtsprozent der Summe aller verwendeten Materialien betragen muss.
- Recyclingmaterial ist ein sehr wertvolles und qualitativ hochwertiges Material, welches manchmal sogar bessere Eigenschaften als primäres Naturmaterial aufweist; der Einsatz dieser hochwertigen Produkte ist mehr als eine Pflicht.
Was?
Das Amt für Geologie der Abteilung 11 spielt eine sehr wichtige Rolle für die Nachhaltigkeitspolitik der Autonomen Provinz Bozen. Mit Beschluss vom 27.09.2016 hat die Landesregierung die neuen Richtlinien für die Wiederverwertung von Baurestmassen und die Qualität von Recycling-Baustoffen genehmigt.
Wie?
In der Praxis werden in Südtirol Altbaustoffe, wie Aushubmaterial, Straßenabbruchmaterial, Materialien aus dem Abbruch von Bauwerken für die unterschiedlichsten Arbeiten in großem Umfang nach der angemessenen Überprüfung und Sichten ihrer Qualität und dem Fehlen von Verunreinigungen wiederverwendet. Vom Straßenunterbau bis zu den Straßenaufschüttungen, Schutzdämmen und Lärmschutzwänden.
Mehrwert für den Bürger
Gewinn
- Die natürlichen Ressourcen wie Sand, Kies und Steine werden geschützt und geschont.
- Die Deponien für Abfallmaterial können auf das notwendige Minimum reduziert werden.
- Wenn das Aushubmaterial (für Häuser, Straßen, Tunnel, ...) direkt vor Ort (auf der Baustelle) wiederverwertet und wiederverwendet wird, kommt zur Rohstoffeinsparung noch die Energieeinsparung und Verkehrsvermeidung.
- Das Recyclingmaterial ist ein sehr wertvolles Material mit Eigenschaften, die – in der Mischung mit Naturstoffen oder Material für die Erstverwendung – die Leistungen des Endprodukts verbessern.
- Die gesetzlich festgelegten Mindestumweltkriterien (MUK), die von der Europäischen Union vorgeschrieben sind, können im Hinblick auf eine weitsichtige Bewirtschaftung des Gebietes eingehalten werden.
Zahlen, Daten, Fakten
Alle recycelten Baustoffe wie Aushubmaterial, Straßenabbruchmaterial, Materialien aus dem Abbruch von Bauwerken werden auf Qualität und Abwesenheit von Verunreinigungen überprüft;
30 % davon, die nicht verwendet werden können, werden zur Entsorgung auf Spezialdeponien gebracht;
70% des Materials sind somit wiederverwendbar in Straßenunterbau – Straßenaufschüttungen - Schutzdämmen – Lärmschutzwänden und anderen Anwendungen
Blick in die Zukunft
Um die Quote des wiederverwendbaren Materials noch zu erhöhen, ist es notwendig, in enger Zusammenarbeit mit anderen Ämtern und Abteilungen der Landesverwaltung und unseren Wirtschaftspartnern in Planung, Produktion und Verarbeitung der Produkte folgende Schritte zeitnah umzusetzen:
- Das europa- und staatsweit vorgeschriebene BIM für öffentliche Bauten, das „Building Information Modelling“ – die digitalisierte Planung von Bauten vom Bau über die Instandhaltung während der geplanten Lebenszeit des Gebäudes bis zum geordneten Rückbau und Abbruch - ist einzuführen und auszubauen; auch für private Bauten. Dazu braucht es bessere Konzepte und klarere Richtlinien der Verwaltung für den geordneten Rückbau der bestehenden Bauten und die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Baustoffe. Die Gebäude müssen so gebaut werden, dass ein geordneter Rückbau von Anfang an geplant und die Bauweise und Produkte derart sind, dass dies von vornherein leicht möglich ist.
- Kombiprodukte, welche einen vielschichtigen und komplexen Aufbau aufweisen, sind zu überdenken. Die vielen verschiedenen verklebten und/oder ausgeschäumten Materialien lassen sich nur schwer oder gar nicht mehr trennen: solche Produkte können nur in den wenigsten Fällen recycelt werden. Diese Baustoffe müssen so weit wie möglich durch andere – leicht trennbare und somit leichter wiederverwendbare - ersetzt werden.
- Die Vorschriften und Normen für die Herstellung von Baumaterialien sind so anzupassen und/oder neu zu verfassen, dass die Verwendung von recycelten Grundstoffen z.B. für Mörtel, Beton, Ziegel, Asphalt und andere Produkte, welche einen wesentlichen Anteil an der Baumasse von Gebäuden und Infrastrukturen ausmachen, nicht nur möglich, sondern vorgeschrieben ist.