RienzAct
Beschreibung
Warum
Das 2018 gestartete Projekt RienzAct (EFRE 2014-2020) wird vom Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz koordiniert und hat sich zum Ziel gesetzt, die nachhaltige und sichere Entwicklung des Flusskorridors der Rienz durch eine multidisziplinäre Planung zu gewährleisten.
Was
Ausgehend von einer detaillierten Analyse des Ist-Zustandes, die in Arbeitsmodule - Naturgefahren, Landnutzung, terrestrische und aquatische Ökologie, Nutzung der Wasserressourcen - unterteilt und verschiedenen Freiberuflern anvertraut wurde, erfolgte ein Abgleich und eine Zusammenfassung der Daten. Dies führte zunächst zur Festlegung von Zielen zur Erreichung eines Idealzustands und anschließend zur Ausarbeitung von Leitlinien für die nachhaltige Entwicklung des Gebietes und insbesondere zur Ausarbeitung eines gemeinsamen Katalogs von Maßnahmen. Die Beteiligung aller Interessengruppen war für den gesamten Prozess von grundlegender Bedeutung, angefangen bei der Erhebung der Stärken und Schwächen des Gebietes bis hin zur Festlegung und Genehmigung der Leitlinien und des Maßnahmenkatalogs.
Wie
Im Frühjahr 2021 war mit der Umsetzung des Projektes an der Rienz in Toblach begonnen worden. Dabei wurden Hochwasserschutzbauwerke orographisch rechts auf einer Länge von insgesamt 350 Metern errichtet, die Ufer wurden naturnah gestaltet und mit standortgerechten Sträuchern und Bäumen bepflanzt. Da ein großer Teil der Baustelle direkt an das Biotop Peagnaue grenzt, war der Eingriff besonders heikel. Deshalb erfolgten die Arbeiten in enger Abstimmung mit dem Bereich Schutzgebietmanagement in der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung. Die Arbeiten werden 2022 mit einem zweiten Baulos fortgesetzt.
Vorteile
Durch die Organisation von RienzAct-Foren und regelmäßigen Workshops während der verschiedenen Phasen der Projektentwicklung wurde versucht, nicht nur die in dem Gebiet tätigen Verwaltungen und Techniker, sondern vor allem auch die Bevölkerung einzubeziehen. Der Hochwasserschutz wird durch die Nutzung von Überschwemmungsgebieten in Verbindung mit Schutzbauten nachhaltig in das Flussraummanagement integriert. Ein innovatives und umfassendes Verfahren ermöglicht die Gewährleistung der Sicherheit von hochwassergefährdeten Wohngebieten sowie von Industrie- und Handwerkerzonen, indem flussaufwärts gelegene Überflutungsbereiche genutzt werden, in denen das Hochwasser überlaufen kann, ohne Schäden zu verursachen. Dies erfordert ein Gleichgewicht der Ziele und der Zusammenarbeit zwischen den höher gelegenen Gemeinden und den darunterliegenden Gemeinden entlang des Flusses.
Zahlen, Daten, Fakten, Link zu weiteren Infos
Das Projekt RienzAct wird über das operationelle Programm Investitionen in Wachstum und Beschäftigung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2014-2020 finanziert und steht unter der Federführung des Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz.
Weitere Informationen: https://www.provinz.bz.it/sicherheit-zivilschutz/wildbach/RIENZact.asp
Blick in die Zukunft
Mit dem neuen Flussraum-Managementplan für die Rienz geht das EFRE-Projekt RienzAct in dieser Phase zwar dem Ende zu, es findet jedoch seine Fortsetzung in den Umsetzungsprojekten. Es wurde ein Rahmen geschaffen, in dem alles gebündelt wird, was sich um den Flusskorridor der Rienz herum abspielt, eine Plattform, auf der in den kommenden Jahren regelmäßige Diskussionen geführt werden sollen, um immer wieder grundlegende Themen zu erörtern, wie Hochwassersicherheit, Ökologie und nachhaltige Entwicklung. Es gilt, den Geist des Projektes am Leben zu erhalten.