Sprachen - Zentren für kulturelle und sprachliche Vielfalt
Die Herausforderung besteht darin, die Zentren in den nächsten Jahren als Netzwerkknotenpunkte für Beratung, Unterstützung sowie Weiterentwicklung in den Bereichen Migration und Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt im Bildungskontext zu etablieren. Ein besonderer Aspekt dieser Einrichtungen ist, dass sie von allen drei Bildungsressorts geplant, mitgetragen und somit interethnisch organisiert sind.
Beschreibung
Umgesetzt von der deutschsprachigen, italienischsprachigen und ladinischsprachigen Schule.
Warum?
In der Autonomen Provinz Bozen weist mittlerweile jede/r 10te Bürger/in eine ausländische Staatsbürgerschaft auf. Das hat massive Auswirkungen auf Kindergarten und Schule. Im Jahre 2007 wurden in zentralen Orten des Landes sogenannte Sprachenzentren eingerichtet. Sie hatten vorrangig die Aufgabe, für Kindergärten und Schulen Sprachförderlehrkräfte (Unterricht von Deutsch, Italienisch bzw. Ladinisch als Zweitsprache) zu organisieren und verwalten. Ab dem Schuljahr 2020/21 werden diese Lehrkräfte fester Bestandteil der Schulkollegien und die Sprachenzentren werden zu Zentren für kulturelle und sprachliche Vielfalt mit neuen, erweiterten Aufgabenbereichen umgestaltet.
Was?
- Professionalisierung der Sprachförderung an den Kindergärten und Schulen
- Sensibilisierung für den sprach- und kulturaufmerksamen Unterricht
- Ausbau des Beratungs- und Unterstützungsangebotes im Bereich Migration einschließlich Vernetzung mit wissenschaftlichen Einrichtungen - Gelingende Integration von Kindern und Jugendlichen mit internationalen Biografien unter dem Motto „Jede/r findet ihren/seinen Platz“
- Förderung einer Haltung, die kulturelle und sprachliche Vielfalt sowie unterschiedliche Biografien der Mitglieder einer Gesellschaft als Normalität und als Chance für Weiterentwicklungen auf gesellschaftlicher und individueller Ebene sieht - Beitrag zur inklusiven Gesellschaft und sozialen Gerechtigkeit
Wie?
Der Erfolg des Projektes ist messbar unter anderen an folgenden Indikatoren:
- Ergebnisse regelmäßig durchgeführter Lernstandserhebungen an den Schulen
- Schulerfolg bzw. Drop-Out-Quote von Schüler/innen
- Beschäftigungs- bzw. Arbeitslosendaten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Ein großes Anliegen ist die Förderung, Bewahrung und Weiterentwicklung der kulturellen Vielfalt mit all ihren Profilen, wobei die Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Verbänden gefördert, die Weiterentwicklung unterstützt und der kulturelle Austausch zwischen Sprachgruppen das gegenseitige Verständnis, den Respekt und die Solidarität stärken sollen. Die starke Identität und das Selbstbewusstsein der Sprachgruppen schafft Sicherheit, um die Vielfalt in unserem Land als Mehrwert zu erfahren, welcher in Form von sprachübergreifenden Begegnungen und der Förderung von Projekten des Zusammenlebens verschiedener Sprachgruppen zum Ausdruck kommt. Eine gelingende Integration bedeutet auch Kenntnis der Landessprachen, welche durch das Angebot von Sprachvermittlung und -förderung, aber auch durch Vermittlung von Wissen über unser Land, ausgebaut wird, damit Lernerfolg, Chancengleichheit und auch die Integration verbessert werden können.
Vorteile
Vom Projekt betroffen sind im engeren Sinn schul- und bildungspflichtige Kinder und Jugendliche, im weiteren Sinn betrifft es die gesamte Gesellschaft im Umgang mit Migrationsphänomenen und im Finden von Strategien, Diversität/Vielfalt individuell und gesellschaftlich befriedigend zu gestalten.